Heute ist der 21.05.2026 und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Spanien und China zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung. Aktuellen Berichten zufolge hat China im ersten Quartal 2026 Deutschland als Spaniens wichtigsten Lieferanten von Waren überholt. Chinesische Produkte machen nun 11,6% der spanischen Importe aus, während Deutschland bei 11,4% liegt. Im ersten Quartal 2026 exportierte China Waren im Wert von über 12,5 Milliarden Euro nach Spanien. Dies ist nicht das erste Mal, dass sich diese Dynamik verändert; bereits 2022 hatte China Deutschland aufgrund von Mikrochipsengpässen, die die deutsche Automobilproduktion beeinträchtigten, überholt. Deutschland konnte jedoch 2023 seine Position als führender Lieferant zurückerobern und behielt ein Importniveau von 11% bei. Die steigenden Exporte Chinas nach Spanien werden als „strukturell“ beschrieben, was auf einen langfristigen Trend hindeutet, der durch günstige Produkte auf Online-Plattformen wie Temu und Shein unterstützt wird. In diesem Kontext stagnieren die Exporte Spaniens nach China bei etwa 2% pro Jahr, wodurch China zur elftgrößten Destination für spanische Waren wird. Im Jahr 2025 exportierte China Waren im Wert von etwa 50,25 Milliarden Euro nach Spanien, darunter Maschinen, Technologie, Textilien und Fahrzeuge. Im gleichen Jahr importierte Spanien Waren im Wert von 7,97 Milliarden Euro aus China, was zu einem Handelsdefizit von 42 Milliarden Euro führte. Die Hauptexportgüter Spaniens nach China umfassten Mineralien, Schweinefleisch und Chemikalien.
Die Handelsbeziehungen zwischen Spanien und Deutschland sind im Vergleich zu denen mit China ausgeglichener, was Sorgen über eine „Hyper-Abhängigkeit“ Spaniens von China aufwirft. Wirtschaftsexperten warnen vor den Risiken, die mit dieser Abhängigkeit verbunden sind, darunter der Wettbewerb in Drittländern und Chinas aggressive Marktstrategien, unterstützt durch Subventionen. In diesem Zusammenhang äußerte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez während seines Besuchs in Peking im April 2026, dass er China lobt und sich für eine gegenseitig vorteilhafte Beziehung zwischen der EU und China einsetzt.
Die EU und der China-Schock
Die Auswirkungen Chinas auf den europäischen Markt sind nicht nur auf Spanien beschränkt. Die gesamte EU erlebt einen langanhaltenden „China-Schock“, insbesondere durch den Anstieg chinesischer Elektrofahrzeuge (EVs) in Europa. Im ersten Quartal 2026 betrug der Handelsüberschuss Chinas mit der EU 83 Milliarden USD (61 Milliarden GBP), da China Waren im Wert von etwa 148 Milliarden USD exportierte und nur 65 Milliarden USD importierte. Der Handelsüberschuss für das gesamte Jahr 2025 lag bei 360 Milliarden Euro. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Nachfrage nach chinesischen Autos, insbesondere von BYD, dessen Umsatz mit Elektro- und Hybridfahrzeugen sich von 11 Milliarden USD im ersten Quartal 2025 auf 20,6 Milliarden USD im gleichen Zeitraum 2026 verdoppelt hat. Europa, einschließlich Großbritannien, Norwegen und der Schweiz, macht mittlerweile 42% der chinesischen EV-Verkäufe aus.
Die wirtschaftliche Resilienz Chinas zeigt sich auch in den höchsten vierteljährlichen Wachstumszahlen seit 2022, trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Allerdings fielen die Exporte der EU nach China im Februar 2026 um 16,2%, insbesondere bei Schweinefleisch. Während China seine Handelsbeziehungen weitgehend aufrechterhalten hat, plant die EU eine „Made in Europe“-Industriestrategie, um strategische Sektoren zu schützen. Diese Maßnahmen könnten jedoch auf Widerstand aus China stoßen, da Peking mit „Gegenmaßnahmen“ drohte, falls neue EU-Gesetze als diskriminierend empfunden werden.
Strategische Herausforderungen und Chancen
Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China sind geprägt von Spannungen aufgrund unterschiedlicher politischer Systeme. China wird aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und seiner Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg kritisiert. Trotz dieser Herausforderungen suchen die EU und China nach Wegen zur Zusammenarbeit. Am 6. Mai 1975 nahmen die EU und China diplomatische Beziehungen auf, was beiden Seiten Zugang zu neuen Märkten verschaffte. Heute beträgt das Handelsvolumen zwischen der EU und China etwa 800 Milliarden Dollar, fast so viel wie das Handelsvolumen der EU mit den USA. Die EU verfolgt eine „De-Risking“-Strategie, um Risiken zu minimieren, ohne sich vollständig von China abzukoppeln.
Die Abhängigkeit der EU von Rohstoffen aus China wächst, während China zunehmend unabhängiger von EU-Technologien wird. Die EU hat bereits Zölle von bis zu 35% auf chinesische Elektroautos eingeführt, um den eigenen Markt zu schützen. Gleichzeitig wird die EU mit Herausforderungen konfrontiert, die sich aus ihrer Abhängigkeit von chinesischen Importen ergeben. Branchenführer warnen, dass die Maßnahmen der EU möglicherweise ineffektiv sein könnten, wenn nicht gleichzeitig an einem Ausgleich der Handelsbeziehungen gearbeitet wird.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen Spanien, Deutschland, der EU und China, dass die globalen wirtschaftlichen Dynamiken im ständigen Wandel sind. Während Spanien und die EU versuchen, ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren, bleibt unklar, wie sich diese Beziehungen in der Zukunft entwickeln werden.