Am 29. Mai 2026 hat das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen den iranischen Ölverkauf verkündet. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Finanzierung des iranischen Militärs zu unterbinden und sind Teil der sogenannten „Operation Economic Fury“, die in engem Zusammenhang mit der militärischen „Operation Epic Fury“ gegen den Iran steht. Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass der Druck auf den iranischen Ölverkauf erhöht werden soll, um die finanziellen Ressourcen des Regimes zu verringern.
Im Rahmen dieser Sanktionen wurden acht Schiffe, die iranisches Öl und Erdölprodukte transportieren, sowie über 15 Unternehmen, die am iranischen Ölhandel beteiligt sind, ins Visier genommen. Diese Firmen stammen aus Ländern wie Hongkong, Singapur, Katar, den Marshallinseln, Festlandchina, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Besonders ins Auge fällt die Sepehr Energy Jahan Nama Pars Company, die als „Ölverkaufsarm des iranischen Generalstabs“ beschrieben wird und eine zentrale Rolle im iranischen Rohöl- und Erdölexportnetz spielt. Die Ölexporte dieser Firma hängen stark von sogenannten Schattenflotten ab, die bereit sind, Militäröl zu transportieren.
Schiffe und Unternehmen im Fokus
Die Sanktionen wurden einen Tag nach der Gründung der Persian Gulf Strait Authority (PGSA) durch die iranische Revolutionsgarde (IRGC verhängt. Diese Behörde hat sich zum Ziel gesetzt, Maut und Lösegelder von Schiffen in der Hormus-Straße zu erpressen. Die US-Sanktionen gegen die PGSA beinhalten eine klare Warnung: Personen oder Unternehmen, die den iranischen Forderungen nach Maut oder Lösegeldern nachkommen, müssen mit sekundären US-Sanktionen rechnen.
Zusätzlich zu den bereits genannten Sanktionen hat das US-Finanzministerium mehr als zwei Dutzend Personen, Unternehmen und Schiffe im Zusammenhang mit dem iranischen Öltransportnetzwerk von Mohammad Hossein Shamkhani sanktioniert. Shamkhani, der Sohn des verstorbenen iranischen Sicherheitsbeamten Ali Shamkhani, leitet ein milliardenschweres Ölgeschäft und ist dafür bekannt, ein Netzwerk zur Umgehung von US-Sanktionen aufgebaut zu haben. Unter den sanktionierten Unternehmen befinden sich die Oriel Group, Corplinx Consultancy LLC, House of Shipping Investment FZCO und Meritron DMCC.
Der Kontext der Sanktionen
Vor dem Hintergrund dieser neuen Sanktionen gab es jedoch auch eine Phase der vorübergehenden Lockerung von Maßnahmen. Vor einigen Monaten hatten die USA Sanktionen auf iranisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befand, gelockert. Diese Entscheidung zielte darauf ab, die steigenden Ölpreise zu kontrollieren, indem die Ölmenge auf dem Markt erhöht wurde. US-Finanzminister Bessent schätzte, dass durch diese Ausnahmeregelung etwa 140 Millionen Barrel iranisches Öl auf die Weltmärkte gelangen könnten. Die Lockerung galt allerdings nur für Öl, das vor dem 20. März 2026 auf Schiffe verladen wurde. Regionen wie Kuba, Nordkorea und die Krim waren von dieser Regelung ausgeschlossen.
Die Lage in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den internationalen Öl- und Gashandel, bleibt angespannt. Der Schiffsverkehr in dieser strategisch bedeutenden Region ist durch den anhaltenden Konflikt mit dem Iran erheblich beeinträchtigt, was zu einem Anstieg der Öl- und Gaspreise führt. In diesem Kontext forderte US-Präsident Donald Trump andere Länder auf, die auf Öltransporte durch die Straße von Hormus angewiesen sind, die Schifffahrt in diesem Gebiet zu sichern.