Heute ist der 3.06.2026. In einem besorgniserregenden Schritt hat Phoenix Pride, die größte LGBTQ+-Versammlungsorganisation in Arizona, beim U.S. Bankruptcy Court for the District of Arizona ein Kapitel-11-Insolvenzverfahren beantragt. Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, vielmehr resultiert sie aus einer Kombination von steigenden Betriebskosten, wirtschaftlicher Unsicherheit sowie Veränderungen in der Sponsoren- und Fundraisinglandschaft. Die Vorstandschaft betont, dass die Organisation weiterhin ihre Dienste während des Insolvenzprozesses anbieten möchte und dabei auf Transparenz setzt. Die finanziellen Probleme von Phoenix Pride spiegeln eine breitere Krise wider, die viele LGBTQ+-Organisationen in den USA betrifft.
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Phoenix Pride im November mit einem Budgetdefizit von 350.000 US-Dollar konfrontiert war, was auf einen Rückgang der Festivalbesuche und den Verlust wichtiger Sponsoren zurückzuführen ist. Die Insolvenz wird durch die Schuldenlast deutlich, die unter anderem 11.770 US-Dollar an ein Wells Fargo Business Elite Card-Konto und 1.600 US-Dollar an die Oracle Event Group umfasst. Ein umstrittener Anspruch von über 418.000 US-Dollar stammt von Pride Group, LLC, einem in Arizona ansässigen Eventdienstleister. Die Schließung von Tucson Pride, die durch finanzielle Belastungen und Führungsprobleme verursacht wurde, wirft zudem Fragen zur Nachhaltigkeit großer LGBTQ+-Organisationen in Arizona auf.
Rückgang der philanthropischen Unterstützung
Der Rückgang der finanziellen Mittel für LGBTQ+-Belange ist nicht nur ein lokales Phänomen, sondern hat auch nationale Dimensionen. Im Jahr 2023 fiel die Stiftungsgelder für LGBTQ+-Ursachen in den USA auf 209,4 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von nahezu 49 Millionen US-Dollar oder 19 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Abnahme korreliert mit einem politischen Klima, das als feindlich gegenüber LGBTQ+-Gemeinschaften wahrgenommen wird, insbesondere unter einer potenziellen zweiten Trump-Präsidentschaft. Nur 20 Cent von jedem 100 US-Dollar, die von US-Stiftungen vergeben werden, unterstützen spezifisch LGBTQ+-Gemeinschaften – ein Rückgang von 25 Cent im Jahr 2022.
Die Auswirkungen dieser finanziellen Krise sind weitreichend. 2023 wurden 947 Anti-Trans-Gesetze in 49 Bundesstaaten eingeführt, von denen 118 bereits verabschiedet wurden. Dies geschieht in einem Kontext, in dem große LGBTQ+-Organisationen wie die Human Rights Campaign und GLSEN aufgrund reduzierter Spenden und wirtschaftlicher Unsicherheit Entlassungen ankündigen mussten. Insbesondere die Mittel für transgender, gender-nonkonforme und nicht-binäre Gemeinschaften sanken von 48,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 auf 36,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 – ein Rückgang von 24 %.
Ein dringender Handlungsbedarf
Die gegenwärtige Situation stellt eine ernsthafte Bedrohung für die LGBTQ+-Gemeinschaft dar. Viele philanthropische Institutionen entscheiden sich dafür, anonym zu bleiben, und klammern sich an die Namen der wichtigsten Geldgeber und Begünstigten. Historisch gesehen haben Tragödien oft zu einem Anstieg der philanthropischen Unterstützung geführt, doch in Reaktion auf die aktuelle anti-trans Gesetzgebung bleibt eine solche Welle des Gebens aus. Der Bericht über den Rückgang der Mittel unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die sich zuspitzende Krise zu bewältigen, die die LGBTQ+-Gemeinschaft betrifft.
Insgesamt zeigt der Fall von Phoenix Pride und der Rückgang der philanthropischen Unterstützung, wie wichtig es ist, sich für die Rechte und das Wohl der LGBTQ+-Gemeinschaft zu engagieren. Die Herausforderungen sind groß, jedoch ist die Bereitschaft zur Unterstützung und zur Schaffung eines stabilen Fundaments für die Zukunft unerlässlich.