Politische Spannungen: F-35-Verkauf an Türkei im Fokus des NATO-Gipfels 2026
Heute ist der 8.07.2026. Die politischen Spannungen zwischen den USA und der Türkei stehen erneut im Fokus, nachdem Präsident Donald Trump beim NATO-Gipfel in Ankara angekündigt hat, den Verkauf von F-35-Kampfflugzeugen an die Türkei möglicherweise zu überdenken. Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Bedenken im US-Kongress, wo sowohl Demokraten als auch Republikaner gegen diesen Schritt sind. Der Verkauf, den Trump in Betracht zieht, könnte die Beziehungen zwischen beiden Ländern entscheidend beeinflussen.
Die Türkei war seit 25 Jahren Teil des F-35 Joint Strike Fighter-Programms, wurde jedoch 2019 ausgeschlossen, nachdem sie russische S-400-Luftabwehrraketen erworben hatte. Dieser Schritt wurde von den USA und anderen NATO-Staaten stark kritisiert, da die S-400 als potenzieller Sicherheitsrisiko gilt. Die US-Regierung hat klargestellt, dass die S-400 und die F-35 nicht gleichzeitig betrieben werden können, da die S-400 als Plattform zur Informationssammlung dient, die sensible Daten über die F-35-Technologie erfassen könnte. Trotz der Investitionen von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar in die F-35-Entwicklung zeigt sich die Türkei verärgert über ihren Ausschluss.
Bipartisaner Widerstand und geopolitische Überlegungen
Der Widerstand im Kongress ist stark und betrifft Mitglieder beider Parteien. Senator John Fetterman (D-PA) hat auf die Bedenken des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu hingewiesen, der Erdogan als unzuverlässigen Verbündeten bezeichnete und vor den Gefahren eines F-35-Verkaufs an die Türkei warnte. Auch die aggressive Haltung der Türkei gegenüber Griechenland und Zypern wird von Abgeordneten wie Rep. Nicole Malliotakis (R-NY) als Grund gegen den Verkauf angeführt.
Zusätzlich äußerten Vertreter wie Rep. Chris Pappas (D-NH) Bedenken, solange Erdogans Regierung weiterhin US-Rechtsvorschriften verletzt, während Rep. Dina Titus (D-NV) eine „Joint Resolution of Disapproval“ forderte, um den Verkauf zu blockieren. Senator Lindsay Graham (R-SC) und Senator John Cornyn (R-TX) haben ebenfalls Skepsis geäußert und hoffen, dass Berichte über den Verkauf falsch sind. Mike Pence, Trumps ehemaliger Vizepräsident, hat Trump gewarnt, dass eine Genehmigung des Verkaufs oder die Aufhebung von Sanktionen gegen die Türkei ein strategischer Fehler wäre.
Potenzial für eine Neuorientierung
Trump hat jedoch signalisiert, dass der Verkauf von F-35 an die Türkei „sicherlich etwas ist, das wir in Betracht ziehen werden“. Dies könnte nicht nur eine Rückkehr zur militärischen Zusammenarbeit bedeuten, sondern auch eine strategische Neubewertung der Beziehungen zwischen den USA und der Türkei. Während des Gipfels wurde der Vorschlag einer Überprüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen erörtert, um die Türkei möglicherweise wieder in das F-35-Programm aufzunehmen. Dazu gehören Überlegungen, die S-400-Batterien möglicherweise in ein drittes Land zu verlegen oder alternative Verkaufsstrukturen zu implementieren.
Ein weiterer Punkt, der zur Diskussion steht, ist ein anstehendes Paket über 700 Millionen US-Dollar für Triebwerke des Kaan-Kampfjet-Programms der Türkei. Während die Türkei weiterhin auf US-Technologie angewiesen ist, zeigt diese Diskussion das Bestreben, die industrielle Kapazität und die Verteidigungsproduktion in der Region zu stärken.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Die Situation bleibt jedoch angespannt, und die endgültige Entscheidung über den F-35-Verkauf steht noch aus. Die rechtlichen Hürden, insbesondere im Hinblick auf die S-400-Systeme, und der Widerstand im Kongress könnten die Verhandlungen erheblich erschweren. Der NATO-Gipfel in Ankara wird daher als wichtiger Test für die zukünftigen Beziehungen zwischen den USA und der Türkei angesehen, wobei die Rückkehr zur F-35-Partnerschaft weiterhin ungewiss bleibt. Die geopolitischen Implikationen dieses Themas könnten weitreichende Folgen für die Stabilität in der Region haben.
Für die Türken, die eine Rückkehr in das F-35-Programm anstreben, ist es von entscheidender Bedeutung, nicht nur als Kunde, sondern auch als Partner anerkannt zu werden. Die Verhandlungen und deren Ausgang werden maßgeblich von der politischen Situation in der Türkei und den Reaktionen aus Washington abhängen.
