In der aktuellen Diskussion um grüne Energie im Vereinigten Königreich stehen die Themen Menschenrechte und ethische Beschaffung im Mittelpunkt. Die britische Labour Party-Regierung hat nicht bestätigt, dass in ihrem staatlich geführten grünen Energieprojekt Great British Energy (GBE) keine Sklavenarbeit eingesetzt wird. Dies wirft Fragen auf, insbesondere angesichts der Bedenken, dass Zwangsarbeit in den Lieferketten des Projekts möglicherweise zum Einsatz kommt. Ein Regierungssprecher erklärte, dass GB Energy zwar strenge Beschaffungsrichtlinien für Solarpanels hat, jedoch keine definitiven Garantien geben kann, dass Zwangsarbeit ausgeschlossen ist. Die unabhängige Anti-Sklaverei-Kommissarin Eleanor Lyons hat bereits Bedenken geäußert und betont, dass die Verpflichtung der Regierung, keine Produkte zu finanzieren, die mit Zwangsarbeit verbunden sind, nicht aufgegeben werden sollte (Quelle).
Im Jahr 2025 wurde ein Gesetz verabschiedet, das GB Energy verpflichtet, sicherzustellen, dass die Lieferketten frei von Zwangsarbeit sind. Dies geschah im Rahmen eines umfassenderen Ansatzes, um die Abhängigkeit von Zwangsarbeit in der Solarindustrie zu verringern. Solarzellen, die unter Zwangsarbeit von Uiguren in China hergestellt werden, sollen verboten werden. Die Ankündigung, die eine wichtige Wendung in der britischen Energiepolitik darstellt, erfolgte am 23. April 2025. Das Unternehmen wurde von der Labour-Partei gegründet, um erneuerbare Energien zu fördern und die Energiekosten zu senken. Energieminister Ed Miliband führte die Gesetzesänderung ein, um die Einhaltung dieser Standards zu gewährleisten (Quelle).
Herausforderungen in der Solarindustrie
China ist der weltweit führende Hersteller von Solarpanels und hat im Jahr 2024 die Produktion wichtiger Komponenten dominiert. Dies umfasst beeindruckende Marktanteile von 93,2 % bei Polysilizium, 96,6 % bei Solarwafern und 92,3 % bei Photovoltaikzellen. Ein Großteil dieser Produktion stammt aus der Provinz Xinjiang, wo die chinesische Regierung beschuldigt wird, ethnische Minderheiten, insbesondere Uiguren, zu unterdrücken. Berichte über Zwangsarbeit in Xinjiang sind alarmierend, wobei viele Polysiliziumproduktionen aus Fabriken stammen, die sich in der Nähe von Konzentrationslagern befinden. Offizielle chinesische Dokumente belegen, dass etwa 2,6 Millionen Menschen in staatlich geförderte Arbeitsprogramme „platziert“ wurden (Quelle).
Die britische Regierung sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Abhängigkeit von chinesischen Solarprodukten zu überdenken, da mehr als 40 % ihrer Solar-Photovoltaik-Module aus China importiert werden. Luke de Pulford von der Inter-Parliamentary Alliance on China (Ipac) äußerte Bedenken über die Nutzung von Zwangsarbeit im erneuerbaren Sektor in China und forderte eine Diversifizierung der Solarversorgung. Die EU hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um Produkte, die mit Zwangsarbeit in Verbindung stehen, aus ihren Lieferketten auszuschließen, was die Notwendigkeit einer international koordinierten Antwort auf diese Problematik unterstreicht (Quelle).
Ein Blick in die Zukunft
Die Situation in Xinjiang bleibt besorgniserregend, da Berichte über Zwangsarbeitsprogramme weiterhin die Schlagzeilen beherrschen. Europäische Solarfirmen sind bestrebt, ihre Lieferketten von Menschenrechtsverletzungen freizuhalten, während die EU-Kommission Ermittlungen gegen chinesische Unternehmen eingeleitet hat, die an Solarprojekten in Europa beteiligt sind. Es wird zunehmend deutlich, dass eine nachhaltige und ethische Solarindustrie nur möglich ist, wenn die internationalen Standards für Menschenrechte und ethische Beschaffung eingehalten werden. Die britische Labour Party steht hierbei in der Verantwortung, sicherzustellen, dass die neuen Gesetze auch tatsächlich umgesetzt werden und die Versprechen nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben (Quelle).