In den letzten Monaten hat sich eine bemerkenswerte Bewegung unter Migranten im Vereinigten Königreich entwickelt. Hunderte Tausende von Menschen beantragen die britische Staatsbürgerschaft, und zwar in einem Rekordmaß. Zwischen März 2025 und März 2026 wurden über 312.000 Anträge gestellt, was einem Anstieg von 20 % im Vergleich zu 263.400 Anträgen im vorherigen Zeitraum entspricht. Dies stellt die höchste Anzahl an Anträgen dar, die jemals registriert wurde, und ist doppelt so hoch wie vor acht Jahren. Zusätzlich stieg die Zahl der Anträge auf Indefinite Leave to Remain (ILR) zwischen März 2024 und März 2026 um 28 % auf insgesamt 331.000. Der ILR-Status ermöglicht den Zugang zu erweiterten Sozialleistungen.
Die meisten Anträge auf Staatsbürgerschaft kamen von indischen Staatsangehörigen (31.298, 10 %), gefolgt von Pakistan (23.423, 7,5 %) und Nigeria (15.747, 5 %). Italienische und polnische Staatsangehörige belegen die Plätze vier und fünf. Einwanderungsexperten führen diesen Anstieg auf die Bestrebungen der Migranten zurück, sich vor möglichen Änderungen in den Einwanderungsregeln abzusichern. So fordert die Labour Home Secretary Shabana Mahmood, die Aufenthaltsdauer für ILR von fünf auf zehn Jahre zu verdoppeln, was potenziell den Zugang zu Sozialleistungen bis zur Erlangung der Staatsbürgerschaft einschränken könnte.
Politische Reaktionen und Bedenken
Das Thema Einwanderung bleibt ein heißes Eisen in der britischen Politik. Chris Philp, Shadow Home Secretary der Conservative Party, äußerte Bedenken darüber, dass die neuen Pläne nicht in der Rede von König Charles erwähnt wurden. Ein Sprecher des Home Office hingegen erklärte, dass der Anstieg der Anträge langfristige Migrationstrends widerspiegle. Nigel Farage und die Reform UK-Partei fordern eine umfassende Untersuchung der sogenannten „Boriswave“ sowie Reformen im britischen Einwanderungssystem, um die Situation zu klären.
Ende 2025 beantragte eine Rekordzahl von Menschen die britische Staatsbürgerschaft, was einen Anstieg der Anträge um 44 Prozent im letzten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal bedeutet. Insgesamt wurden 90.555 Anträge im letzten Quartal 2025 gestellt, der höchste Quartalswert seit 2004. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei den Amerikanern, die mit 8.790 Anträgen einen Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten. Trotz eines Rückgangs der Vergabe der britischen Staatsbürgerschaft auf 235.782 im Jahr 2025, was einem Rückgang von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, bleibt dies der zweithöchste Jahreswert seit 2005.
Ängste und Erwartungen der Migranten
Die aktuellen politischen Debatten über Siedlungsregeln und mögliche Änderungen in der Einwanderungspolitik führen dazu, dass viele Menschen jetzt Anträge stellen. Ein starker Anstieg der Anträge wurde insbesondere bei Staatsangehörigen aus Indien, Pakistan und Italien verzeichnet. Die Anzahl der Personen, die den Einbürgerungstest „Life in the UK“ ablegten, stieg im vierten Quartal 2025 um 48 Prozent auf 59.472. Dies deutet darauf hin, dass viele Migranten sich auf eine unsichere Zukunft vorbereiten.
Die britische Regierung betont, dass die Niederlassung ein Privileg und kein Recht ist. Der Anstieg der Anträge auf Staatsbürgerschaft könnte somit auf die Ängste der Bevölkerung vor politischen Veränderungen hinweisen. Die Reform UK plant sogar, die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung (ILR) abzuschaffen und durch ein fünfjähriges verlängerbares Visum zu ersetzen. Angesichts dieser Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Einwanderungspolitik im Vereinigten Königreich weiter entwickeln wird und welche Auswirkungen dies auf die Lebensrealität der Migranten haben könnte.
Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der britischen Einwanderungspolitik besuchen Sie bitte die Quelle von Breitbart und UK-ETA.