In der Woche vom 12. bis 18. Mai 2026 wird in den USA die National Salvation Army Week gefeiert. Diese Woche steht ganz im Zeichen der Würdigung der unermüdlichen Arbeit der Männer und Frauen der Salvation Army. Diese Freiwilligen verkörpern den amerikanischen Geist und tragen mit Mitgefühl und Fürsorge zur Bereicherung des nationalen Lebens bei. Die Salvation Army, die 1865 gegründet wurde, bietet nicht nur Glauben für die Müden, sondern auch Mahlzeiten für die Hungrigen, Unterkunft für die Obdachlosen und ein erneuertes Gefühl von Sicherheit und Zweck für Menschen, die nach Jahren von Not und Sucht versuchen, ihr Leben neu aufzubauen. Ihre Arbeit ist ein lebendiges Zeugnis für die Traditionen von Großzügigkeit, Wohlwollen und Ehrenamtlichkeit in den USA. Die National Salvation Army Week dient dazu, diese Mission fortzuführen und das Engagement für das Motto „Doing the Most Good“ zu bekräftigen, wie in einer offiziellen Mitteilung des Weißen Hauses zu lesen ist (Source 1).
Die Wurzeln der Salvation Army reichen zurück bis ins Jahr 1852, als William Booth seine ministerielle Karriere in England begann. Bereits damals verließ er das traditionelle Kirchenpult und predigte direkt auf den Straßen Londons, wo er sich an die Armen, Obdachlosen und Bedürftigen wandte. Booth und seine Frau Catherine zogen sich von der Kirche zurück, um Evangelisten auszubilden, und kehrten 1865 in den East End von London zurück. In kürzester Zeit gewann ihre Organisation, ursprünglich als „The Christian Mission“ bekannt, über 1.000 Freiwillige und Evangelisten. Viele der ersten Konvertiten stammten aus den unteren Schichten der Gesellschaft, darunter Diebe, Prostituierte und Trinker, die ebenfalls begannen, in den Straßen zu predigen und zu singen. Nach der Lektüre eines Berichts von 1878 änderte Booth den Namen in „Salvation Army“, und die Konvertiten wurden als Soldaten Christi, die sogenannten Salvationists, bekannt. Zwischen 1881 und 1885 konvertierten sie 250.000 Menschen zum Christentum, trotz der vielen Herausforderungen, die sie dabei zu bewältigen hatten (Source 2).
Die Entwicklung der sozialen Arbeit
Die Arbeit der Salvation Army ist nicht nur eine religiöse, sondern auch eine soziale Bewegung, die eng mit der Geschichte der sozialen Arbeit verknüpft ist. Diese entwickelte sich im 19. Jahrhundert als Antwort auf die sozialen Herausforderungen, die mit der Industrialisierung einhergingen. Die „soziale Frage“ führte zur Etablierung von Armenkommissionen und zur Einführung von hausbesuchenden Sozialarbeitern. Organisierte Armenpflege und die Gründung von Einrichtungen wie Rettungshäusern wurden notwendig, um den Bedürfnissen der steigenden Zahl an Bedürftigen gerecht zu werden.
Ein Artikel von Prof. Dr. Carola Kuhlmann beleuchtet die Entstehung und Entwicklung professioneller Hilfe für Menschen in sozial bedingten Notlagen und zeigt die unterschiedlichen Phasen der sozialen Arbeit auf. Von der mittelalterlichen Klosterfürsorge bis hin zur modernen Wohlfahrtspflege wird deutlich, wie wichtig die Unterstützung für Bedürftige im Laufe der Geschichte geworden ist. Mit der Gründung sozialer Institutionen und der Entwicklung von Sozialversicherungsgesetzen in der Weimarer Republik wurde die Basis für eine umfassende soziale Unterstützung gelegt und die Bedeutung von Hilfsorganisationen wie der Salvation Army weiter gestärkt (Source 3).
Die Salvation Army ist heute in über 100 Ländern aktiv und bietet Hilfe und Hoffnung für Bedürftige an. Ihre Geschichte und ihr unermüdlicher Einsatz erinnern uns daran, wie wichtig Solidarität und die Unterstützung der Schwächeren in unserer Gesellschaft sind. In der National Salvation Army Week wird dieser Geist des Dienstes und der Opferbereitschaft besonders sichtbar.