Am 3. Juli 2026 gab die Weltgesundheitsorganisation (W.H.O.) das Ende eines Hantavirus-Ausbruchs bekannt, der im April auf dem Kreuzfahrtschiff M/V Hondius begann. Dieser Vorfall erregte internationale Aufmerksamkeit, insbesondere aufgrund der Umstände der Virusverbreitung, die mit einem Vogelbeobachtungspaar in Argentinien in Verbindung gebracht wurden. Das Kreuzfahrtschiff Hondius konnte aufgrund von Bedenken hinsichtlich einer möglichen Krankheitsausbreitung nicht anlegen und verbrachte eine Zeit in der Nähe von Kap Verde. Schließlich dockte das Schiff am 10. Mai auf der Kanarischen Insel Teneriffa, wo die Symptome der Passagiere überwacht wurden.

Die Inkubationszeit für das Hantavirus beträgt bis zu 42 Tage, was die Überwachung und Kontaktverfolgung erschwerte. Der W.H.O.-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte mit, dass die letzte Person, die möglicherweise dem Virus ausgesetzt war, die 42-tägige Inkubationszeit abgeschlossen hatte. Insgesamt wurden 13 bestätigte Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf dem Hondius identifiziert, darunter drei Todesfälle. Ein „wahrscheinlicher Fall“ wird als „Patient Null“ betrachtet, der vor der Testung starb. Die bereits identifizierten Kontakte haben die Nachbeobachtungszeit ohne zusätzliche Fälle abgeschlossen, was die Unterbrechung der Übertragung bestätigt. Zwei Personen erhalten allerdings weiterhin medizinische Behandlung und haben sich nicht von ihren Infektionen erholt.

Ursprung und erste Fälle

Der Ursprung des Ausbruchs wird auf Tierra del Fuego in Argentinien zurückgeführt, wo das betroffene Paar, Leo und Mirjam Schilperoord, identifiziert wurde. Leo Schilperoord starb am 11. April auf dem Kreuzfahrtschiff, während seine Frau Mirjam am 25. April nach ihrer Rückkehr in die Niederlande starb und positiv auf Hantavirus getestet wurde. Am 2. Mai wurde die W.H.O. von der britischen Regierung über die Situation informiert, während noch über 140 Personen auf dem Hondius waren. Die spanische Regierung erlaubte schließlich das Anlegen des Schiffs in Teneriffa.

Übertragungswege und Symptome

Hantaviren, insbesondere die Andesviren, können schwerwiegende Krankheitsverläufe verursachen. Verdächtige Fälle sind Personen, die ein Transportmittel geteilt oder besucht haben, in dem ein bestätigter oder wahrscheinlicher ANDV-Fall aufgetreten ist. Symptome einer Hantavirus-Infektion umfassen Fieber, Myalgie, Schüttelfrost sowie akute gastrointestinale und respiratorische Symptome. Ein wahrscheinlicher Fall ist definiert als eine Person mit Anzeichen und Symptomen eines verdächtigen Falls und einem bekannten epidemiologischen Zusammenhang mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen ANDV-Fall. Personen, die Kontakt mit einem wahrscheinlichen oder bestätigten ANDV-Fall hatten und akute Symptome aufweisen, sollten ebenfalls genau überwacht werden.

Risikoeinschätzung und weitere Maßnahmen

Die Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vom 6. Mai 2026 bescheinigte ein sehr geringes Risiko für die Allgemeinbevölkerung im EU-/EWR-Raum. Passagiere und Crewmitglieder wurden Anfang Mai 2026 unter besonderen Schutzvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht und in Quarantäne gestellt. In den folgenden Wochen traten weitere Fälle in dieser Gruppe auf, was aufgrund der Inkubationszeit von mehreren Wochen zu erwarten war. Die Quarantäne der Rückkehrenden aus Deutschland ist mittlerweile beendet und es wurden keine weiteren Infektionen festgestellt.

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Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Handreichungen zu Quarantäne und Hygienemaßnahmen für den öffentlichen Gesundheitsdienst bereitgestellt und tauscht sich weiterhin mit anderen Ländern, ECDC und der W.H.O. aus. Hantaviren kommen weltweit vor und werden hauptsächlich über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Es ist wichtig zu betonen, dass Infektionen mit südamerikanischen Hantaviren zu schwereren Verläufen mit hoher Letalität führen können. Das RKI untersucht Proben im Konsiliarlabor für Hantaviren und steht für Fragen zur Diagnostik zur Verfügung. Weiterführende Informationen sind auf den Webseiten des RKI sowie des ECDC verfügbar.

Für die Reisenden und die betroffenen Länder bleibt die Überwachung und Prävention von Hantavirus-Infektionen ein zentrales Anliegen, um zukünftige Ausbrüche zu verhindern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Weitere Forschungen zur Ursache des Ausbruchs und zu Hantaviren im Allgemeinen sind von der W.H.O. geplant, um bessere Schutzmaßnahmen zu entwickeln.