Heute ist der 13.05.2026 und die geopolitische Lage rund um den Iran und seine Ölexporte bleibt angespannt. Der US-Politiker Rep. James Comer aus Kentucky äußerte kürzlich seine Zweifel daran, dass China seine Ölkäufe aus dem Iran einstellen wird. In einem Interview betonte er, dass China wahrscheinlich weiterhin die US-Embargoregeln umgehen wird, um an die benötigten Ressourcen zu gelangen. Comer argumentierte, dass China auf Öl angewiesen sei und dass die harten Maßnahmen der USA, wie etwa Zölle, sowohl für die amerikanische als auch für die chinesische Wirtschaft schmerzhaft seien. Dies wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Handelsbeziehungen zwischen diesen beiden Großmächten und den Iran, einem der größten Ölproduzenten der Welt.
Der Moderator Blake Burman stellte die Frage, ob es sinnvoll wäre, dass Präsident Biden ein direktes Gespräch mit Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping über die iranischen Ölimporte führt. Comer ist der Meinung, dass ein solches Gespräch durchaus möglich sei, auch wenn es möglicherweise nicht öffentlich bekannt gegeben wird. Dabei betonte er die Notwendigkeit, Handelskonflikte mit China zu lösen, um amerikanische Verbraucher zu entlasten. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die USA nicht von China für sicherheitsrelevante Produkte abhängig sein sollten und plädierte für eine verstärkte heimische Produktion von Arzneimitteln und Nahrungsmitteln.
Die Rolle Chinas im iranischen Ölgeschäft
Die Chinesischen Raffinerien spielen eine entscheidende Rolle im Ölgeschäft des Irans. Diese Raffinerien sind für etwa 90% der iranischen Ölexporte verantwortlich und haben in den letzten Jahren trotz der bestehenden Sanktionen weiterhin Öl aus dem Iran zu ermäßigten Preisen importiert. Oft nutzen sie umgeflaggte Schiffe und falsche Herkunftsdokumente, um die Herkunft des Öls zu verschleiern. Ein Beispiel hierfür ist die China Concord Petroleum Company, die 2019 von den USA sanktioniert wurde, aber dennoch ein wichtiger Kanal für iranisches Öl bleibt.
Die US-Regierung unter Präsident Biden hat ihre Sanktionen gegen Iran in den Jahren 2024 und 2025 verschärft, insbesondere gegen die sogenannte „Geisterflotte“ von Tankern, die für den Transport iranischen Öls genutzt wird. Trotz eines Rückgangs der chinesischen Ölimporte aus dem Iran von etwa 1,6 Millionen Barrel pro Tag im September 2024 auf 740.000 Barrel pro Tag im April 2025, bleiben diese Importe signifikant. Sie machten im Jahr 2025 etwa 13,6% der gesamten chinesischen Ölimporte aus, was die nach wie vor große Abhängigkeit Chinas von iranischem Öl verdeutlicht.
Geopolitische Implikationen und Marktreaktionen
Die geopolitische Lage rund um den Iran und die Ölpreise bleibt äußerst dynamisch. Am 24. Juni 2024 äußerte sich Donald Trump auf Social Media und erklärte, dass China weiterhin Öl aus dem Iran kaufen könne. Diese Bemerkung fiel in eine Zeit, in der die USA Luftangriffe auf iranische Nuklearstandorte durchgeführt hatten und ein Waffenstillstand zwischen Israel und Iran vermittelt worden war. Die Märkte reagierten prompt, was zu einem Anstieg des Brent-Ölpreises auf über 80 USD pro Barrel führte, bevor er wieder auf etwa 68 USD fiel.
Obwohl Trump keine Sanktionen gelockert hat, stellte das Weiße Haus klar, dass seine militärischen Maßnahmen dazu beigetragen haben, die Straße von Hormuz offen zu halten. In einem strategischen Test könnte Trumps Aussage möglicherweise als Hinweis auf eine mögliche Entspannung der Sanktionen oder als Teil stiller Verhandlungen zwischen den USA und China interpretiert werden. Eine solche Vereinbarung könnte den stabilen Fluss von iranischem Öl sichern und China anregen, mehr Öl aus den USA zu kaufen.
Die Reaktionen auf Trumps Kommentare waren jedoch gemischt, da die tatsächliche Aufhebung von Sanktionen koordinierte Maßnahmen erfordert. Ein Rückgang der iranischen Exporte könnte die Marktpreise beeinflussen und die Stabilität in der Region gefährden. Die Risiken einer selektiven Sanktionierung könnten zudem die Glaubwürdigkeit der US-Politik untergraben. In dieser komplexen Gemengelage ist die Frage, wie die USA und China in Zukunft miteinander umgehen, von zentraler Bedeutung für die Stabilität des globalen Ölmarktes und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.