Der Iran ist in den letzten Jahren häufig in den Schlagzeilen, insbesondere im Kontext internationaler Spannungen und militärischer Konflikte. In einem aktuellen Interview mit Hugh Hewitt äußerte sich der ehemalige US-Präsident Donald Trump über die US-Strategie hinsichtlich des Iran und dessen regulärer Armee. Trump erklärte, dass die USA absichtlich die reguläre Armee Irans nicht stark angegriffen haben, da er sie als „viel moderater“ ansieht. Diese Zurückhaltung sei eine Strategie, um eine ähnliche Situation wie im Irak zu vermeiden, wo die Absetzung der Führungskräfte zur Entstehung von ISIS führte. Trump betonte, dass die USA nicht die Absicht haben, die Armee zu dezimieren (Breitbart).
Diese strategische Überlegung wirft ein Licht auf die militärische Situation im Iran. Trotz internationaler Sanktionen und der Wahrnehmung von Isolation hat der Iran eine beträchtliche militärische Stärke entwickelt. Laut dem Global Firepower Report 2025 belegt der Iran den 16. Platz von 145 Ländern mit einem Power Index Score von 0.304. Die iranischen Streitkräfte bestehen aus etwa 610.000 aktiven Soldaten und 350.000 Reservisten, was insgesamt etwa 960.000 Militärangehörige ausmacht. Die Struktur des Militärs umfasst die Islamische Republik Iran Armee (Artesh), das Islamische Revolutionsgardekorps (IRGC) und das Kommando der Strafverfolgungsbehörden (Faraja).
Militärische Kapazitäten und Technologien
Das IRGC, das unabhängig operiert, spielt eine entscheidende Rolle in Irans Verteidigungsstrategie und ist auch für regionale Aktivitäten verantwortlich. Iran hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der Militärtechnologie gemacht, insbesondere in der Entwicklung von Raketen und Drohnen. Mit dem größten und vielfältigsten Arsenal an ballistischen Raketen im Nahen Osten, darunter die Shahab-3 und Fateh-110, kann Iran Ziele jenseits seiner Grenzen angreifen. Die Shahab-3 hat eine Reichweite von 1.000 bis 2.000 Kilometern, während die Fateh-110 eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern aufweist. Zudem hat Iran verschiedene unbemannte Flugzeuge (UAVs) entwickelt, die sowohl für Überwachungs- als auch für Angriffsmissionen eingesetzt werden, wie beispielsweise die Shahed-129 und Shahed-136-Drohnen.
Im Jahr 2021 betrug Irans Militärbudget 24,6 Milliarden Dollar, was 2,3% seines Bruttoinlandsprodukts entspricht. Für das Haushaltsjahr, das im März 2025 beginnt, ist eine Erhöhung des Militärbudgets um 200% vorgesehen. Dieser Schritt zeigt, dass Iran auf Modernisierung und strategische Fähigkeiten fokussiert ist und seine militärischen Kapazitäten weiter ausbauen möchte.
Regionale Konflikte und geopolitische Herausforderungen
Der Iran sieht sich geopolitischen Herausforderungen durch Gegner wie die USA und Israel gegenüber, was zu einem Fokus auf asymmetrische Kriegsstrategien führt. In den letzten Monaten kam es zu einem bemerkenswerten Anstieg von militärischen Auseinandersetzungen. Der Iran hat seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 Ziele in Israel, US-Militärstützpunkten sowie Energie- und Infrastrukturziele im Nahen Osten angegriffen. Bis zum 20. April 2026 wurden rund 2.256 Drohnenangriffe und mehr als 563 Raketenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichnet. Auch auf kurdische Gebiete im Irak und auf Jordanien gab es zahlreiche Angriffe (Statista).
Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und seinen Gegnern haben zu einer steigenden Zahl an Opfern und Verletzten geführt. Diese Dynamik hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Beteiligten, sondern zieht auch pro-iranische Gruppen wie die Hisbollah im Libanon in den Konflikt hinein, was die komplexe Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Die militärischen Kapazitäten Irans dienen nicht nur als Abschreckung, sondern auch als Instrument zur regionalen Einflussnahme, trotz der Herausforderungen, die sich aus wirtschaftlichen Sanktionen und diplomatischer Isolation ergeben.