In einem ambitionierten Schritt hat das südkoreanische Verteidigungsministerium angekündigt, 500.000 „Drohnenkrieger“ auszubilden. Dieser Plan, der als Antwort auf den zunehmenden Drohneneinsatz Nordkoreas konzipiert ist, zielt darauf ab, unbemannte Fahrzeuge in die Streitkräfte zu integrieren. Verteidigungsminister Ahn Gyu-back gab bekannt, dass in den nächsten drei Jahren 110.000 neue Drohnen bereitgestellt werden sollen, wobei das Ziel später auf 11.000 Drohnen im kommenden Jahr und 60.000 bis 2029 reduziert wurde. Ahn betont, dass Drohnen universelle Kampfinstrumente werden sollen, die von allen Truppen genutzt werden können. Die Zahl der 500.000 Drohnenkrieger umfasst wahrscheinlich Reservisten und möglicherweise zivile Auftragnehmer, was den umfassenden Ansatz des Plans unterstreicht.

Ein zentrales Element dieser Initiative ist die Entwicklung eigener Drohnen, um Risiken durch unsichere chinesische Komponenten zu vermeiden. Das Hauptprodukt, das in Entwicklung ist, nennt sich K-LUCAS, eine inländische Variante des US-amerikanischen Low-Cost Uncrewed Combat Attack Systems. Diese Drohne wurde als Reaktion auf die kostengünstigen „fliegenden Bomben“ Irans, bekannt als Shahed-Drohnen, entwickelt. Zudem plant das südkoreanische Militär, K-LUCAS und 20.000 weitere kostengünstige Drohnen, Loitering Munitions und Drohnenabwehrsysteme schnell zu produzieren und einzusetzen. Die erste Welle neuer Drohnen soll bereits im nächsten Jahr an der demilitarisierten Zone (DMZ) eingesetzt werden, gefolgt von KI-gesteuerten Drohnenschwärmen.

Reorganisation und neue Technologien

Das Verteidigungsministerium reorganisiert auch das Drohnenkommando, um separate operative Kommandos für Heer, Marine, Luftwaffe und Marinekorps zu schaffen. Dies zielt auf einen integrierten Ansatz für Überwachungs-, Aufklärungs- und Angriffsoperationen ab. Südkorea entwickelt zudem Drohnenschwarmtechnologie. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Arbeit von Pablo Air an einer Kamikaze-Drohne, die etwa 6.000 USD pro Einheit kosten soll. Auch Nearthlab bietet mit der Interceptordrohne KAiDEN ein Produkt an, das weniger als sieben Pfund wiegt und in der Lage ist, größere feindliche Drohnen zu zerstören. Der CEO von Nearthlab betont, dass moderne Luftverteidigung auf nachhaltige Systeme abzielt.

General Kim Gyu-ha, Generalstabschef der südkoreanischen Armee, hat angekündigt, dass Drohnen als „persönliche Waffe“ für jeden Soldaten eingeführt werden sollen. Diese Ankündigung erfolgte während einer Pressekonferenz im Hauptquartier Gyeryongdae in Süd-Chungcheong und zeigt den vielseitigen Einsatzbereich der Drohnen: von Überwachung über Angriffe bis hin zu Versorgungseinsätzen. Die Armee plant, rund 10.000 kommerzielle Trainingsdrohnen in diesem Jahr einzuführen, mit einer Steigerung auf etwa 50.000 bis 2029. Diese Initiative ist Teil des Verteidigungsministeriums-Konzepts „500.000 Drohnenkrieger“ und sieht ein Budget von etwa 25 Milliarden Won (ca. 16,9 Millionen US-Dollar) für 2023 vor.

Strategische Überlegungen und zukünftige Entwicklungen

Die Integration von Drohnenfähigkeiten in alle Kampfeinheiten ist ein notwendiger Schritt, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten, insbesondere angesichts des demografischen Wandels und des Rückgangs der Personalreserven. General Kim verknüpft die Drohneninitiative mit der Notwendigkeit technologischer Anpassungen. Die Sichtbarkeit der Ergebnisse aus den Modernisierungsprogrammen wird zwischen 2028 und 2032 erwartet. Parallel dazu plant die Armee den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Grenzüberwachung, wobei die Truppenstärke an der Grenze zu Nordkorea von 22.000 auf etwa 6.000 Soldaten reduziert werden soll. Ein KI-gestütztes Überwachungssystem, das in der Lage ist, Bewegungen und Objekte automatisch zu erkennen, soll bis 2040 vollständig etabliert werden.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Südkorea mit dieser umfassenden Drohnenstrategie nicht nur die militärische Effektivität steigern will, sondern auch als Reaktion auf die Herausforderungen durch Nordkorea und die sich verändernden geopolitischen Rahmenbedingungen agiert. Die geplanten Technologien und die Integration von Drohnen in die regulären Streitkräfte könnten einen Paradigmenwechsel in der modernen Kriegsführung darstellen. Weitere Informationen zu diesem Thema können in einem Artikel der Breitbart nachgelesen werden, der die Hintergründe und Pläne detailliert beleuchtet, sowie in einem Bericht der Berliner Zeitung, der die strategischen Implikationen und die technologische Entwicklung thematisiert.