Heute ist der 20.05.2026. In den letzten Wochen hat die US-Regierung unter Präsident Donald J. Trump bedeutende Änderungen in den Handelsbestimmungen für sub-saharische afrikanische Länder angekündigt. Eine Proklamation, die im Rahmen des Consolidated Appropriations Act, 2026 erlassen wurde, verlängert die zollfreie Behandlung für diese Länder bis zum 31. Dezember 2026. Diese Entscheidung ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, das auch das regionale Bekleidungsprogramm und das Drittland-Stoffprogramm betrifft, die ebenfalls bis Ende 2026 fortgeführt werden.
Besonders bemerkenswert ist die Wiederherstellung der Begünstigung für Gabon, das zuvor aufgrund mangelnder Fortschritte aus dieser Regelung ausgeschlossen war. Nun erfüllt das Land die Anforderungen und wird erneut als begünstigtes sub-saharisches afrikanisches Land benannt. Zudem wurden Anpassungen für das Haiti Economic Lift Program vorgenommen, und auch für Haiti gilt nun eine zollfreie Behandlung bis Ende 2026.
Änderungen im Harmonisierten Zolltarif
Die Proklamation beinhaltet auch technische Korrekturen und Modifikationen im Harmonisierten Zolltarif der Vereinigten Staaten (HTSUS). Der Präsident hat die Befugnis, Änderungen vorzunehmen, und alle relevanten Behörden sind autorisiert, Maßnahmen zur Umsetzung der Proklamation zu ergreifen. Der United States Trade Representative wird zudem prüfen, ob weitere Änderungen am HTSUS notwendig sind. Frühere Proklamationen und Exekutivbefehle, die im Widerspruch zu dieser neuen Regelung stehen, werden aufgehoben.
Diese Entwicklungen stehen im Kontext der jüngsten US-Zollpolitik gegenüber afrikanischen Staaten. Im August 2025 wurden neue reziproke Zölle eingeführt, wobei 32 von 54 afrikanischen Staaten den niedrigsten US-Zusatzzollsatz von 10 Prozent erhielten. Während einige Länder wie Südafrika, Algerien und Libyen hohen Zöllen von bis zu 30 Prozent ausgesetzt sind, verhandelt Südafrika weiterhin über ein neues Handelsabkommen mit den USA, das bislang jedoch abgelehnt wurde.
Die Auswirkungen auf den Handel
Für viele afrikanische Länder ist der Zugang zum US-Markt von großer Bedeutung. Im Jahr 2024 exportierte Südafrika Waren im Wert von fast 15 Milliarden US-Dollar in die USA. Tunesien hingegen hat eine geringere Abhängigkeit von US-Exportunternehmen, wobei Produkte wie Olivenöl und Dünger betroffen sind. Ägypten, Kenia und Marokko hingegen profitieren von niedrigeren Zöllen, wobei Kenia seit 2020 über ein Freihandelsabkommen mit den USA verhandelt.
Der African Growth and Opportunity Act (AGOA) lief Ende September 2025 aus, was zu einer Ungewissheit über neue Regelungen führte, die sich negativ auf die Lieferungen in die USA auswirken können. Besonders betroffen sind verarbeitete Güter wie Kraftfahrzeuge, Textilien und Rohstoffe. Während die US-Exporte nach Afrika steigen, besteht weiterhin ein Defizit im Güterhandel, da die USA vor allem an Rohstoffen und IT-Dienstleistungen interessiert sind.
Ausblick und geopolitische Überlegungen
Die politische Landschaft in Afrika ist geprägt von einem schwachen Zusammenhalt. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union hat zu einem einheitlichen Auftreten aufgerufen, da Afrika möglicherweise zunehmend anderen Märkten wie China, der EU, Indien und den VAE zuwenden wird. China gewährt mittlerweile 53 afrikanischen Nationen zollfreien Zugang zu seinem Markt. Die EU hingegen bleibt ein zentraler Geber für Afrika, trotz möglicher Rückgänge in der Entwicklungszusammenarbeit.
Insgesamt stellen die neuen Handelsbestimmungen der US-Regierung eine bedeutende Chance für sub-saharische afrikanische Länder dar, die nun die Möglichkeit haben, von zollfreien Exporten zu profitieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Auswirkungen dieser Regelungen auf den Handel und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu beobachten. Es bleibt abzuwarten, wie die afrikanischen Länder auf die sich verändernde weltpolitische und wirtschaftliche Landschaft reagieren werden.